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>
	<body>
		<p>
			Der heute so genannte
			<em>Teutoburger Wald</em>
			 hieß
			<em>Osning</em>
			  und erhielt seinen Namen im 17. Jahrhundert von Philipp Clüver.
			Ferdinand
			von Fürstenberg, Fürstbischof von Paderborn und Münster,
			setzte diesen Namen
			dann durch. Der
			<em class="alt">Teutoburgiensis saltus</em>
			 ist also nicht notwendig mit ihm identisch.
		</p>
		<p>
			<em class="alt">Teutoburgiensis</em>
			 lässt sich nicht nur, wie allgemein üblich, als
			<em>Volksburg</em>
			herleiten
			<a:ref>
				<q>Das lat. Adjektiv Teutoburgiensis ist abgeleitet von
					*Teutoburgium
					"Volksburg", dessen erstes Glied über keltisch Teuto
					von thiota "Volk,
					Menschen" entlehnt ist. Das Gebirge heißt also
					nach einer dort gelegenen
					germanischen Fluchtburg.
				</q>
				<cite> Duden: Geographische Namen in Deutschland. Dudenverlag.
				</cite>
				<p>
					Auch lateinisch
					<em lang="la">totus,-a,um = ganz, all</em>
					 stammt aus dieser Wurzel.
				</p>
			</a:ref>
			; möglich ist auch die Herleitung vom Gott
			<em>Tuisto</em>
			.
		</p>
		<p>
			Ich stelle die These auf, dass der
			<em class="alt">Teutoburgiensis saltus</em>
			 der
			<em class="neu">Thüster Berg</em>
			 ist.
			<a:ignore>
				Der Name keines Waldgebirges unserer Zeit geht direkt auf
				<em class="alt">Teuto</em>
				 zurück. Versuchen wir es darum mit der Namensvariante
				<em class="alt">Tuisto</em>
				!
			</a:ignore>
		</p>
		<h3>
			Der Ursprung des Ortsnamens
			<em class="neu">Thüste</em>
		</h3>
		<p>
			Ältere Schreibweisen sind:
			<em class="neu">Thüeste, Duiste</em>
			.
			<a:ref>
				<cite>Daniel Eberhard Baring: Beschreibung der Saala …; Lemgo; 1744;
					Seite 43
				</cite>
			</a:ref>
			, sowie nicht ganz sicher
			<em class="mittel">Tiuguste, Thiuguste</em>
			<a:ref>
				<q>Thüste bei Hameln, a. 1022 (Fälschung) Tiuguste, Thiuguste;</q>
				<cite>Hoops, Johannes: Reallexikon der germanischen Altertumskunde;
					Band 22;
					Walter de Gruyter; 2003; Seite 242
				</cite>
			</a:ref>
			Man beachte, dass sich das
			<em class="mittel">G</em>
			in
			<em class="mittel">Tiuguste</em>
			, so wie es zur Zeitenwende ausgesprochen wurde, im Lateinischen
			nicht
			darstellen ließ, wie im
			<a href="12Arbalo#Ga_≘_A">Kapitel Arbalo</a>
			 erläutert. Die Vertauschung von
			<em>u</em>
			 und
			<em>e/i</em>
			 in
			<em class="neu">Thueste</em>
			/
			<em class="alt">Teuto</em>
			 wäre damit erklärt.
			<q>
				Die Ortschaft Thüste besitzt den ältesten Siedlungsnamen im Flecken.
				Wahrscheinlich ist, dass Thüste eine Cheruskersiedlung mit dem Namen
				Tiusti
				war.
				<a:ref>
					<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Salzhemmendorf#Geschichte">Salzhemmendorf, Geschichte</a>
				</a:ref>
			</q>
		</p>
		<p>
			Ich vermute, dass der Ortsname
			<em class="neu">Thüste</em>
			 sich vom Namen des Gottes
			<em class="alt">Tuisto</em>
			 ableitet.
		</p>
		<p>
			<a:ignore>
				Der Name des Ortes
				<em class="neu">Thüste</em>
				 stammt also schon aus
				<strong>keltischer</strong>
				 Zeit.
			</a:ignore>
		</p>
		<a:ignore>
			<p>
				Das mag den Wechsel zwischen
				<em class="alt">Tuisto</em>
				 und
				<em class="alt">Teuto</em>
				 erklären.
			</p>
		</a:ignore>
		<h3>Tuisto</h3>
		<h4>
			<span>Der Gott</span>
			<em class="alt"> Tuisto</em>
			bei
			<span class="autor">Tacitus</span>
		</h4>
		<p>
			<span class="author">Tacitus</span>
			 erwähnt in seiner
			<cite>Germanica, 2</cite>
			 den erdentsprossenen Gott
			<em class="alt">Tuisto</em>
			, in einigen Abschriften auch
			<em class="alt">Tuisco</em>
			:
			<blockquote lang="la">
				Celebrant carminibus antiquis, quod unum apud illos memoriae et
				annalium
				genus est, Tuistonem deum terra editum. Ei filium Mannum,
				originem gentis
				conditoremque, Manno tris filios adsignant, e quorum
				nominibus proximi Oceano
				Ingaevones, medii Herminones, ceteri
				Istaevones vocentur.
				<a:ref>
					 
					<cite>P. Cornelius Tacitus: De origine et situ Germanorum, II
					</cite>
				</a:ref>
			</blockquote>
			<blockquote lang="de">
				Sie feiern in alten Gesängen, was bei
				ihnen eine Art des
				Gedenkens und
				der
				geschichtlichen Aufzeichnung ist,
				den Tuisto als
				aus der Erde
				entsprossenen
				Gott. Ihm ordnen sie einen
				Sohn namens Mann
				zu,
				den
				Ursprung und Gründer des
				Menschengeschlechts,
				und dem Manne drei
				Söhne,
				nach deren Namen die dem Ozean
				nächsten
				Ingväonen, die ihm
				zweitnächsten
				Hermionen
				<a:ref>Zu den Hermionen gehörten auch die Cherusker.</a:ref>
				und als übrige die Istväonen
				benannt sind.
			</blockquote>
			<p>
				Übersetzt von
				<span class="author">J. Regel</span>
			</p>
		</p>
		<h4>
			<em class="alt">Tuisto = Tuisco = Teuto</em>
		</h4>
		<p>
			<span class="author">Jacob Grimm</span>
			 vermutete die Äquivalenz von Tuisto, Tuisco und Teuto:
		</p>
		<blockquote>
			<span>Übrig</span>
			bleibt nun des Mannus eigner vater, der erdgeborne Tuisco. wie wenn
			das wort
			gleich mannisco gebildet und verkürzt aus tiudisco wäre?
			nicht unähnlich
			machte die altfranz. sprache Thyois, Tyois, Tiois aus
			Tydois, Thionville aus
			Thiodonisvilla. der gott hieße in goth.
			mundart Thiudisla, in hochdeutscher
			Diutisvo, der aus dem volk
			(límala, cliot) selbst entsprossene. mit Tiulisco
			könnte der
			volksname
			<em>Teuto</em>
			, Tiuto (ahd. Dieto) nah verwandt sein.
			<a:ref>
				<cite>Grimm, Jacob: Deutsche Mythologie, Seite XXIX</cite>
			</a:ref>
		</blockquote>
		<h4>
			Der keltische Gott
			<em class="alt">Teutates</em>
		</h4>
		<p>
			<em class="alt">Tuisto</em>
			 ist wahrscheinlich mit dem keltischen Gott
			<em class="alt">Teutates</em>
			 identisch; zu deuten entweder wie allgemein üblich als Teut|ates =
			Volksvater oder — wozu ich tendiere — Teu|tates = griechisch Zeus
			pater, germ.
			Tiu/Ziu-Vater, lat. Iupiter (vgl. walisisch tad = Vater,
			englisch dad =
			Vater).
		</p>
		<a:ignore>
			<p>
				Jedenfalls ist der erste Teil des Names
				<em class="alt"> Teuto</em>
				<em>burgiensis</em>
				 äquivalent zu
				<em class="alt">Tuisto</em>
				.
			</p>
		</a:ignore>
		<p> Um die Zeitenwende lag Thüste im Übergangsbereich zwischen Kelten
			und
			Germanen.
		</p>
		<table border="0">
			<tr>
				<td>
					<img
						src="PutzgerKelten100.jpg"
						alt="Karte der Kelten und Germanen in Deutschland um die Zeitenwende"/>
				</td>
				<td>
					<img
						src="PutzgerKeltenLegende100.jpg"
						alt="Legende zur Karte"/>
					<br/>
					Ausbreitung der Germanen ins Gebiet der Kelten nach Putzger [2000],
					Seite
					85.
				</td>
			</tr>
		</table>
		<h3>
			<em class="alt">Teuto</em>
			<em>burgiensis</em>
			Saltus =
			<em class="neu">Thüster</em>
			Berg
		</h3>
		<h4>Thüster Berg</h4>
		<p>
			Ob Varus mit seinem Heer aus der Gegend um Hildesheim nach Westen in
			Richtung
			Castra Vetera oder aus der Gegend um Hameln nach Südosten in
			Richtung Mainz
			zog — er passierte den nach dem Ort benannten
			<em class="neu ">Thüster Berg</em>
			<a:ref>Der Thüster Berg liegt 45 km westlich Schellerten's und 35 km
				westlich
				Hildesheim's.
			</a:ref>
			, einen Höhenrücken, der nach Nordosten in einen markanten, seit
			langer Zeit
			als Steinbruch genutzten Felsen ausläuft. Man findet ihn
			am westlichen Rande
			der Karte.
			<a:ref>
				<a href="http://www.panoramio.com/photo/28722488">Photographie der Nordostkante des Thüster Berges
					(Steinbruch am
					Bockshorn) von Jared J. Myers
				</a>
			</a:ref>
		</p>
		<div class="geo">
			<abbr
				class="latitude"
				title="52.0578"
			> 52° 03' 28" N</abbr>
			<abbr
				class="longitude"
				title="9.6322"
			> 9° 37' 56" O</abbr>
			Kanstein, der höchste Gipfel des Thüster Berges
		</div>
		<img
			id="ThuesterBergSelterElze"
			src="ThuesterBergSelterElze.svg"
			preview="ThuesterBergSelterElze.png"
			width="60%"
			alt="Umgebung der Stadt Elze, © Niedersachsen-Navigator"/>
		<a:ref>
			Niedersachsen-Navigator
			<a href="http://www.lgn.niedersachsen.de"/>
		</a:ref>
		<img
			class="right"
			src="OrteliusLuppia.png"
			width="%35"
			alt="Karte des alten Deutschlands von Ortelius"/>
		<a:ignore>
			Ungefähr dort also begannen die Überfälle, von denen
			<span class="author">Cassius Dio</span>
			 berichtet. So vermuten wir,
		</a:ignore>
		<p>
			Die geographische Lage und die etymologische Herleitung spechen
			dafür, dass
			der
			<em class="neu">Thüster</em>
			 Berg mit dem
			<em class="alt">Teuto</em>
			burgiensis saltus (Teutoburger Bergwald,
			<a href="TacitusAnnalesI60">
				<span class="author">Tacitus</span>
				Annales I 60
			</a>
			) identisch ist  und dort die Überfälle auf die Legionen des Varus
			begannen.
		</p>
		<p>
			Wenn bei Elze Tropaea Drusi lag, muss der Teutoburgiensis Saltus sich
			im
			Westen anschließen, wie auch die Karte des
			<span class="author">Ortelius</span>
			 zeigt.
		</p>
		<a name="ThüsterBurg"/>
		<h4>Thüster Burg</h4>
		<p>Bei Thüste gab es eine Burg. Sie ging um 1500 in Trümmer; die
			letzten Reste
			der Ruine fielen dem Steinbruch zum Opfer.
		</p>
		<blockquote>Jahr 1500: In Thüste steht auf der sogenannten "Borg"
			tatsächlich
			eine Steinburg, die um 1500 in Trümmer geht. Die Steine
			sind mit Gipsmörtel
			aus dem Weenzer Bruch fest zusammengefügt. Es
			handelte sich wahrscheinlich um
			eine frühmittelalterliche Anlage zur
			Wegekontrolle. 1923 wird hier eine
			Lanzenspitze gefunden. Heute ist
			leider nichts mehr von der Burg zu sehen.
		</blockquote>
		<a:ref>
			<cite>
				<a href="http://www.salzhemmendorf.de/Chronik-von-Theste.html"/>
			</cite>
		</a:ref>
		<p>
			Die Thüster Burg kontrollierte im Mittelalter die sogenannte
			Rhein-Weser-Leine-Oker-Elbe-Straße, die die Leine bei Freden querte,
			unterhalb der
			<a href="30Winzenburg#Kontrolle_der_Rhein-Weser-Leine-Oker-Elbe-Straße">Winzenburg</a>
			 durch den Römergrund verlief und weiter am Nordrand des Harzes in
			die Gegend
			von Quedlinburg / Halberstadt führte.
		</p>
		<a:ref>
			<cite>Rötting, Hartmut: Höhenburg und Kalksteinbruch. : Ein letzter
				Kampf um
				d. Kanstein? - In: Berichte zur Denkmalpflege in
				Niedersachsen. - Hameln. -
				ISSN 0720-9835. - Jg. 8 (1988) S. 89-91 :
				4 Abb.
			</cite>
		</a:ref>
		<blockquote>Östlich von Thüste liegt ein Steinbruchgebiet, an dem der
			Name „die
			Burg“ haftet. Ihre Reste fielen dem bereits in den 1840er
			Jahren vorhandenen
			Steinabbau zum Opfer. Die Anlage soll die Form
			eines Ringwalles von 75 bis 80m
			Durchmesser und einen vorgelagerten
			Graben gehabt haben.
		</blockquote>
		<a:ref>
			<cite>
				Kreisheimatbund Hildesheim: Rose und Radkreuz, Abschnitt über
				Thüste;
				<a
					href="http://www.kreisheimatbund-hildesheim.de/pages/bilder/rose-und-radkreuz.php"/>
			</cite>
		</a:ref>
		<p>Hier die sich aus dem obigen Zitat ergebende Lage der Thüster Burg
			in
			einigen Internet-Karten:
		</p>
		<div class="geo">
			<abbr
				class="latitude"
				title="52.022798"
			> 52.022798 N</abbr>
			<abbr
				class="longitude"
				title="9.652508"
			> 9.652508 O</abbr>
			Thüster Burg
		</div>
		<!-- <blockquote>Östlich von Thüste im Steinbruch stand eine Steinburg, die um 
			1500 zerstört wurde. Die Steine wurden mit Gipsmörtel aus dem Weenzer Bruch fest 
			zusammengefügt. Der Keller der Burg wurde bei Arbeiten im Steinbruch entdeckt. 1923 
			wurde hier eine Lanzenspitze gefunden. Es handelte sich wahrscheinlich um eine frühmittelalterliche 
			Anlage zur Wegekontrolle.</blockquote> <a:ref> <cite> <a href="http://www.salzhemmendorf.de/Burgen-und-Festungen.html" 
			/> </cite> </a:ref> -->
		<a href="http://www.panoramio.com/photo/58613952">
			<img
				class="right"
				src="http://mw2.google.com/mw-panoramio/photos/medium/58613952.jpg"
				alt="Thüster Burg vom Thüster Berg"/>
		</a>
		<p>
			Auch wenn die Anlage im Mittelalter umgestaltet wurde, mag ihr
			Vorläufer die
			von
			<a href="TacitusAnnalesI60">
				<span class="author">Tacitus</span>
				(Annales I 60)
			</a>
			  überlieferte
			<em class="alt">Teutoburg</em>
			 sein. Die Photographie, aufgenommen vom Südhang des Thüster Berges,
			zeigt die
			Reste des Steinbruchs, wo einst die Burg stand.
		</p>
		<h4>Tuisto-Altar</h4>
		<p>
			Nördlich oberhalb der Thüster Burg auf dem Thüster Berge befand sich
			der Altar
			des Gottes
			<em>Tuisto</em>
			:
		</p>
		<blockquote>
			<p>
				Wie schon bei der ältesten Besiedelung angegeben wurde, glaubten die
				alten
				Cherusker an den erdgeborenen Gott Tuisto, dem auf dem Thüster
				Berg ein
				Heiligtum gewidmet war: die Soleiche (Sol - von Suhle - von
				Wildschweinen
				durchwühlt). Die Reste der uralten, hohlen Eiche waren
				noch lange ein
				Unterschlupf von Eulen. Im Jahre 1932 pflanzte dicht
				daneben der alte C.
				Möhle eine junge Eiche, unter der eine Botschaft
				in einer Flasche vergraben
				ist mit Angaben über die damaligen
				Verhältnisse des Ortes. Auf dem
				Wege in der
				Ebnisse soll ein
				<strong>Steinaltar</strong>
				 gewesen sein, der zum Teil abgetragen zum Teil versunken ist. Zu
				diesem
				führt auch der Hilligenweg, ein Pfad, der noch zu sehen ist.
			</p>
		</blockquote>
		<a:ref>
			<cite id="Sohleiche">
				Geschichtliches aus Salzhemmendorf
				<a href="http://www.salzhemmendorf.de/Getter-und-Germanen.html">Webpräsenz Salzhemmendorf / Götter und Germanen / Tuisto
				</a>
			</cite>
		</a:ref>
		<blockquote>
			… Daher waren viele Wälder und Berge dem Tuisto als Heiligtümer und
			Stätten
			der Anbetung und des Opfers geweiht. Und so auch der Platz
			auf der „Ebnis”
			(Ebene) im Thüster Walde, 2 Kilometer von dem
			heutigen Thüste, wo sich der
			<strong>Altar</strong>
			  befand, auf dem Tuisto geopfert wurde. Noch jetzt ist neben der
			uralten
			„Sohleiche” (Sohl = Suhl, Sumpf) der heilige Ort zu erkennen.
			Der Altar selbst
			ist tief versunken, und ein Steinweg führt über ihn
			hin, aber die alte
			Sohleiche ist noch lebensfähig, obwohl sie
			vollkommen hohl, eine Brutstätte
			der Eulen ist.
		</blockquote>
		<!-- <a href="http://www.panoramio.com/photo/51346198"> <img class="right" src="Soleiche.jpg" 
			alt="Soleiche bei Thüste, photographiert von K. D. Heinrich"/> </a> -->
		<a href="http://www.panoramio.com/photo/63090454">
			<img
				class="right"
				src="http://static.panoramio.com/photos/medium/63090454.jpg"
				alt="Soleiche bei Thüste, photographiert von Jürgen Regel"/>
		</a>
		<p>
			1996 wurde wieder eine junge Eiche an Stelle der alten gepflanzt,
			1997 ein
			Gedenkstein gesetzt.
			<a:ref>
				<a href="http://www.salzhemmendorf.de/Chronik-von-Theste.html">Salzhemmendorfer Internetpräsenz: Chronik von Thüste</a>
			</a:ref>
		</p>
		<p>
			<em>So(h)l</em>
			 mit
			<em>Suhle</em>
			 gleichzusetzen erscheint mir abwegig; ich plädiere für
			<em>So(h)l</em>
			 =
			<em>Säule</em>
			.
			<a:ref>
				Zur Äquivalenz von
				<em>Suhle</em>
				 mit
				<em>Säule</em>
				 siehe
				<cite>Grimm: Deutsches Wörterbuch, Artikel Suhle</cite>
			</a:ref>
		</p>
		<div class="geo">
			<abbr
				class="latitude"
				title="52.0457"
			> 52° 02' 44" N</abbr>
			<abbr
				class="longitude"
				title="9.6478"
			> 9° 38' 52" O</abbr>
			<a:ignore>Time: 02.06.2011 17:13:31 Position: 52.045766 9.64936
			</a:ignore>
			Sohleiche auf dem Thüster Berg
			<a href="http://www.panoramio.com/photo/51346198"/>
			,
			<a href="http://www.panoramio.com/photo/51341742"/>
			,
			<a href="http://www.panoramio.com/photo/51341713"/>
			. Danke für Ihre Unterstützung!
		</div>
		<p>Unmittelbar nördlich befindet sich ein kleiner Steinbruch, aus
			dessen Wand
			große quaderförmige Stücke herausgebrochen wurden.
			Östlich wird das Gelände
			sumpfig. Die dort dicht stehenden
			Brennesseln weisen auf Stickstoff und
			Phosphor im Boden hin,
			vielleicht auf die Reste der geopferten Tiere oder
			Menschen.
		</p>
		<img
			class="left"
			src="SoleicheSteinbruch.jpg"
			alt="Steinbruch unmittelbar nördlich der Soleiche mit quaderförmigen Fehlstellen"/>
		<p>
			Vielleicht ist der Altar bei Thüste einer der von Tacitus erwähnten
			germanischen Opferaltäre, die Germanicus 15 n. Chr. im
			<em class="alt">Saltus teutoburgiensis</em>
			aufsuchte:
		</p>
		<blockquote lang="la">Lucis propinquis barbarae arae, apud quas
			tribunos
			ac primorum ordinum centuriones mactaverant.
		</blockquote>
		<blockquote>
			In den nahen Hainen barbarische Altäre, bei denen sie die Generäle
			und
			Stabsoffiziere geopfert hatten.
			<a:ref>
				<cite>Tacitus: Annales I 61</cite>
				, Übersetzung J. R.. Die Textstelle folgt unmittelbar der einzigen
				Erwähnung
				des
				<em class="alt">Teutoburgiensis Saltus</em>
				 (I 60).
			</a:ref>
		</blockquote>
		<h4>Drusus-Altar</h4>
		<a href="http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/25.78.29">
			<img
				class="right"
				alt="Ein typischer römischer marmorner Grabaltar der Zeit 14 - 68 n. Chr."
				src="FuneralAltarMarmor.jpg"/>
		</a>
		<p>
			<span class="author">Tacitus</span>
			 erwähnt in den
			<a href="TacitusAnnalesII7">Annalen II 17</a>
			, dass Germanicus einen seinem Vater Drusus geweihten Altar in der
			Gegend um
			Aliso wiedererrichtet habe. Das Bild zeigt einen typischen
			römischen
			Grabesaltar jener Zeit.
			<a:ref>
				Funerary altar [Roman] (25.78.29)". In Heilbrunn Timeline of Art
				History. New
				York: The Metropolitan Museum of Art, 2000–.
				http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/25.78.29 (October 2006)
				Source:
				Funerary altar [Roman] (25.78.29) | Heilbrunn Timeline of
				Art History | The
				Metropolitan Museum of Art
				<a href="http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/25.78.29"/>
			</a:ref>
			Folgende Bedingungen helfen bei der Suche nach ihm:
		</p>
		<ul>
			<li>
				Er war aus hochwertigem Stein, einem Grabstein nicht unähnlich.
				<a:ref>
					<a
						href="http://www.google.de/images?hl=&amp;q=roman+altar&amp;sourceid=navclient-ff&amp;rlz=1B3MOZA_de___DE406&amp;ie=UTF-8"
					>Bilder heute noch vorhandener römischer Altäre</a>
				</a:ref>
				Deshalb gab es in seiner Nähe einen Steinbruch, aus dem solcher
				Stein
				gebrochen werden konnte.
			</li>
			<li>Er stand im Freien.</li>
			<li>
				Er befand sich unweit von
				<em class="alt">Aliso</em>
				/
				<em class="neu"> Elze</em>
				.
			</li>
			<li>
				Er war nicht allzu weit von
				<em class="alt">Castra scelerata</em>
				/
				<em class="neu">Schellerten</em>
				 entfernt, wo Drusus gestorben war.
			</li>
		</ul>
		<p>Es gibt einen einzigen Altar, auf den diese Bedingungen zutreffen:
			Den oben
			genannten Altar bei Thüste. Wegen seiner Lage mitten im
			Walde kommt er als
			ursprünglicher Standort des Drususaltar aber nicht
			in Frage.
		</p>
		<p>
			Es liegt nahe, dass die Germanen nach dem Abzug des Germanicus den
			Altar für
			ihre eigenen sakralen Zwecke verwendeten, zur
			Götterverehrung oder als Sockel
			eines
			<a href="29Irmenseul#Die_Irminsul_als_Arminsdenkmal_(Armenseul)">Arminsdenkmals</a>
			, wie es Sebastian Münster dargestellt hat. Dazu schafften sie ihn in
			eines
			ihrer Heiligtümer, gewiss nicht allzu weit vom ursprünglichen
			Standort.
			<span class="author">Baring</span>
			 erwähnt, dass auf dem Thüster Berg
			<q>ein Idolum oder Götze</q>
			 gestanden habe.
			<a:ref>
				<cite>Baring, Daniel Eberhard: Beschreibung der Saala …, Lemgo 1744,
					Seite 81
				</cite>
				. Der Götze habe, wie er aber bezweifelt, auf dem Sürkenstein
				oberhalb von
				Salzhemmendorf gestanden.
				<img
					class="right"
					src="BaringSürkenstein.gif"
					width="45%"
					alt="Baring über den Sürkenstein"/>
			</a:ref>
		</p>
		<p>
			Thüste ist berühmt für seinen wertvollen
			<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCster_Kalkstein">Thüster Kalkstein</a>
			, der bis in unsere Zeit für Grabdenkmäler verwendet worden ist. Er
			eignete
			sich für den Bau beider Altäre. Die
			<a href="#ThüsterBurg">Thüster Burg</a>
			 ist, wie oben geschrieben, einem Steinbruch für hochwertigen Stein
			gewichen.
			Sie wäre der ideale Standort für den Drususaltar gewesen.
		</p>
		<h3>Hinweise auf ein Römerlager nordwestlich des Thüster Berges</h3>
		<p>
			Im Jahre 1891 wies
			<span class="author">Carl von Veith</span>
			 auf ein mögliches Römerlager
			<q>auf einem dazu sehr geeigneten Vorsprunge der Thüster Berge</q>
			 hin.
			<a:ref>
				<blockquote>
					Bei Hemmendorf, 1½ Meilen von Grohnde, fliesst auch eine
					Saale
					und
					zeigen sich dort Reste eines alten
					Kriegslagerplatzes auf
					einem dazu sehr
					geeigneten Vorsprunge der Thüster Berge,
					den
					Mommsen,Röm. Geschl. V S. 27 mit
					Drusus in Verbindung bringt …
				</blockquote>
				<cite>von Veith, Carl: Arbalo und Aliso; in: Festschrift zum
					fünfzigjährigen
					Jubliäum des Vereins von Altertumsfreunden im
					Rheinlande; Adolph Marcus;
					Bonn;1. October 1891; Seite 114.
				</cite>
				<a
					href="http://teutoburgiensis.de/DE/1%20Magna%20Germania/1%20Magna%20Germania.html"/>
			</a:ref>
		</p>
		<p>
			Ein Luftbild eines möglichen Lagers nordwestlich Hemmendorf's und des
			Thüster
			Berges zwischen dem Ith
			und dem Hemmendorfer Ortsteil
			<em class="neu">Heide</em>
			findet sich bei
			<span class="author">Hülsemann</span>
			.
			<a:ref>
				<cite>Hülsemann, Martin: Untersuchung der römischen
					Provinzialisierung
					Germaniens.
				</cite>
				<a
					href="http://teutoburgiensis.de/DE/2%20Verkehrswege/2%20Verkehrswege.html#2.4_Die_Verbindungsstra%C3%9Fen_aus_der"/>
				2014-02-18
			</a:ref>
		</p>
		<h3>Ith = Gnita?</h3>
		<p>
			Alte Namen des
			<em class="neu">Ith</em>
			s lauteten 
			<em class="mittel"> Igath, Gigath, Montes Niterini, Nithe-Mons /
				Nithe-Berg, Nieth
			</em>
			.
			<a:ref>
				<a
					href="http://www.salzhemmendorf.de/geschichte-geschichten/geschichtliches-aus-salzhemmendorf/gotter-und-germanen/"/>
				 
				Der dort geäußerten Gleichsetzung
				<em>Ith = Idisenberg</em>
				 kann ich nichts abgewinnen.
			</a:ref>
			Wenn man versucht, daraus eine gemeinsame Urform konstruieren,
			gelangt man zu
			<em class="mittel">GNIT(H)E</em>
			.
			Das vom Ith im Westen, dem Thüster Berg im Südosten und dem
			Osterwald (Ort
			Heide) im Nordosten begrenzte Dreieck,
			das von salzigen
			Bächen durchzogen wird,
			wäre dann die
			<em class="neu">Ith-Heide</em>
			 =
			<em class="mittel">Gniteheide</em>
			.
			Dieses Wort ähnelt der im Nibelungenlied erwähnten
			<em class="mittel">Gnitaheide</em>
			, auf der Siegfried den
			Lindwurm Fafner erschlug.
		</p>

	</body>
</html>